Goethe | Der Podcast

Marcus Anhäuser, Thomas Schmuck

Goethes Helfer: die Tragik des August von Goethe

Nur bei Mineralien und Fossilien hatte der Sohn eine Chance auf Anerkennung.

08.06.2026 94 min

Zusammenfassung & Show Notes

August von Goethe (1789-1830), der einzige überlebende Sohn Johann Wolfgang von Goethes, führte ein Leben im Schatten seines berühmten Vaters. Geboren als uneheliches Kind aus der Beziehung zu Christiane Vulpius, wurde er erst durch die spätere Heirat seiner Eltern 1806 hoffähig. Seine Kindheit war geprägt von der Nähe zur Naturwissenschaft: Bereits mit fünf Jahren begleitete er seinen Vater ins Ilmenauer Bergwerk, sammelte Fossilien und Mineralien und wurde später zu einem wichtigen Helfer Goethes in geowissenschaftlichen Fragen. 

August verwaltete den Fossilienteil der Goetheschen Sammlung, verfasste 1813 ein Verzeichnis der 300 Fossilien und beschriftete viele Stücke selbst - erkennbar an seiner charakteristischen Handschrift. Er unterstützte den Vater in Verwaltung, Finanzen und Verhandlungen, etwa beim Verkauf der "Ausgabe letzter Hand" (60.000 Reichstaler), und vertrat ihn bei Hofe. Doch trotz dieser engen Zusammenarbeit blieb August ein unerkannter Diener: Goethe lobte ihn selten, erkannte seine Leistungen kaum an und kontrollierte ihn selbst auf Reisen durch geforderte Tagebücher. 

Tragisch war Augusts Privatleben: Eine unglückliche Ehe mit Ottilie von Pogwisch, die ihn zeitlebens ignorierte und eine obsessive Affäre mit dem Offizier Ferdinand Heinke führte, und die mangelnde Anerkennung trieben ihn in den Alkohol. und auf Reisen, von denen er sich eine Befreiung erhoffte. Die große Italienreise, die auch schon sein Vater und Großvater durchgeführt hatten, brachte den frühen Tod 1830 mit nur 40 Jahren. Literarisch hinterließ er kaum Spuren - einzig fiktive Texte und Reiseberichte (z. B. nach Berlin und Italien) sind erhalten. Thomas sieht Hinweise für eine Legasthenie, die August das Schreiben erschwerte. 

Einzig in der Naturwissenschaft fanden Vater und Sohn Gleichwertigkeit. Goethe behandelte August hier als ebenbürtigen Partner - ein seltener Moment der Anerkennung. Augusts eigene Sammlung (u. a. Vogelkästen, Skelette) wurde später in die Goethesche Sammlung integriert. 

August war ein Gehilfe, der zwischen Pflicht, Alkohol und dem Druck, den Goethes Namen zu tragen, zerbrach. Sein Schicksal spiegelt die Kehrseite des Genies: ein Leben im Dienst des Ruhms anderer.


Links (mainly Wikipedia)
Leseempfehlung: Thomas Schmuck: Anschauung der Erde. Goethes geowissenschaftliches Arbeiten und Sammeln. Verlag Sandstein Kultur, 2026

Stephan Oswald: Im Schatten des Vaters. August von Goethe. Beck, München (Beck) 2023, ISBN 978-3-406-79139-0.

Mit Musik von Gas Lab via Audiio und Tranceless, Shelftop Speech, Grimmail, Celos Marinos, Flitless, Comma von BlueDotSessions.

Idee, Technik und Produktion: Marcus Anhäuser

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Transkript

Und der Trebra, der ist ja auch eine hochinteressante Figur. Mit dem hab' ich mich schon länger beschäftigt. So.
Marcus
00:00:12
Hörst du eigentlich im Hintergrund den Hund schnarchen?
Thomas
00:00:14
Ja, den hör'ich schnachen und dein Klicken hör' ich auch, Herzlich willkommen zur Folge 22 unseres Goethe-Podcasts Natur und Geist. Mein Freund Thomas Schmuck und ich, Markus Anhäuser, stellen euch die naturwissenschaftliche Wolfgang von Goethe. Thomas ist Wissenschaftlichen Sammlung Goethes im Goethe-Nationalmuseum in Weimar. ich bin Wissenschaftsjournalist, der hier die Fragen stellt und den ganzen Podcast. Nachdem wir zuletzt immer wieder mal mit technischen Problemen zu kämpfen hatten, ist jetzt wieder alles im Lot. Thomas hat ein neues Mikro, Noch ein Hinweis. Thomas hat gerade das weltweit erste Buch über den geowissenschaftlichen mit den 18.000 Steinen, Mineralien und Fossilien. Auch nochmal eine Extrafolge dazu machen. und das Buch ist und das Buch ist aber schon im Handel erhält. Wissenschaftsgesch- Für Goethe und oder für Geowissenschaften interessiert? Das Buch nur wärmstens empf- Infos zum Buch findet ihr in den Infos. Okay. Diesmal werden wir familiär zuhören. Musik Okay. Heute haben wir uns jemanden ausgeguckt aus der, wie sagt man, aus dem nächsten Umfeld von Goethe. Familie, Familie, Familie, der Sohn, August, der sogar, wie heißt der, der heißt, und ich weiß das nicht auswendig, ich lese das nur ab, Julius August Walter von Goethe. Geboren an Weihnachten 1789, also 25. Dezember 1789, im Jahr der Revolution. In Weimar und leider früh verstorben, aber hat länger gelebt als alle anderen. Die anderen vier, ne? so? Vier Ja, oder vier. Ist da vier Schwestern? Das ist keine Kunst, weil die haben wenige Tage nur gelebt. Wenige Tage sogar, oh Ja, Gott. Todgeburten, alles. Nee. Ja. Wir wollen heute mal gucken, weil wir haben ja festgestellt, Goethe hat so unendlich viel gemacht. Genau, das ist die Ausgangsfrage. Man fragt sich immer, wie viel, wie hat er das geschafft? Man hat ja auch nur 24 Stunden der Genau. Tag. Das Geheimnis liegt in Goethe selbst, wenn man so will, also in seinem Fleiß und seinem Interesse bis zuletzt und seiner Arbeitslust, aber natürlich auch in dem umfangreichen Umfeld von Helfern, von Unterstützern, von Freunden, von Untergebenen, von Sekretären. Ganz vielen Leuten, die auch Zuträger waren oder andere mehr oder weniger subalterne oder eben auch nicht subalterne Tätigkeiten ausgeführt haben. Denn am nähesten stand ihm dann natürlich sein Sohn, August. Ja. August von Goethe, war ja schon geboren oder war sozusagen schon Adel in der zweiten Generation, so muss man es vielleicht Also sagen. da war Goethe schon von, aber er ist noch unehelich geboren. Noch ist gut, also er ist, die Ehe selber ist ja erst, da war er 15 oder sowas. Mit Christiane Wulpius. Genau, mit Christiane Wulpius. Und das ist ein Makel natürlich, ein Ewiger, der auf die Mutter, weniger auf den Vater, sondern mehr auf die Mutter zurückfällt, die ja nie hoffähig war. Aha. Und hoffähig wurde August von Goethe natürlich auch erst durch die Ehe-Schließung. Ja. Die war eigentlich, wann war die dann? 186, in Ist okay. den Tagen der Schlacht von Jena und Auerstedt. Als der Hof nicht funktionsfähig war, August, Karl August, also der Herzog, geflohen war. Aha. die von Soßen Sozusagen Weimar besetzen, blündern und so weiter. In diesem Chaos, nachdem sich das wieder beruhigt hat, hat es Goethe quasi gewagt zu heiraten. Da konnte niemand was dagegen sagen. Also es war eine günstige Zeit zum Heiraten für ihn? Genau, es war eine sehr günstige Zeit, da waren die Kinder schon geboren und auch verstorben bis auf August eben. Und ja, da hat sich Goethe, das ist ja einer der Züge, die mir immer sympathisch an ihm erschienen sind. nur zu seiner Frau bekannt, nach sehr vielen Jahren, das hat ja Nicht sehr lang gedauert, aber die Gesellschaft war eine andere und sehr komplex. Sondern hat sich ja von vornherein quasi so jemanden ausgesucht, der ihm nichts genützt hat jetzt in seiner Stellung, in seiner Karriere, in was auch immer. Weil es ja für, bei August, und das ist der Grund, warum ich das erzähle, bei August ja auch Spekulationen gab, dass August dann seine Ehe auf, mit einer Adeligen, auf Drängen des Vaters auch geschlossen hätte, um da besser etabliert zu werden. So, und das finde ich eigentlich unschlüssig. Hat Goethe selber nicht gemacht, warum soll er das bei seinem Sohn jetzt? Mhm, Er konnte das im Prinzip, was August für seine Karriere gebraucht hat, konnte er alles selber leisten. ja. Aber wir sprechen von einer Tragödie, also August von Goethe ist ja die Geschichte einer Tragödie. Inwiefern? Na ja, das werden wir noch entwickeln, Aha, aber... aha. August hat sich ja nie, wenn man Goethe heißt, nie von seinem Vater befreien können. Und ist dann letztlich vielleicht wahrscheinlich daran zugrunde gegangen. Also ist es so die Geschichte, die man sich so klassischerweise vorstellt, Sohn eines berühmten Vaters. Genau. Und das ist ein ewiges Los und da muss er ewig gegen ankämpfen. Genau. Der junge Goethe oder Goethe II oder so, wie er in den Akten manchmal genannt wird. Ja. Also sich selber sehr selten ironisch, bitter, sarkastischer Aha. sich dann so nennt. Aha. Ja. Und der Vater hat ihn einerseits gefördert, hat ihn auch teilen, vor allem seine naturwissenschaftliche Bildung, deswegen macht es wirklich Sinn, das hier zu besprechen. Mhm. Er hat ihn auch unterstützt und beschenkt mit so naturwissenschaftlichen Objekten, Vögeln, Mineralien, allen möglichen anderen. Noch heute erhaltenen Stücken in der Sammlung. Mhm. Dafür hat sich August auch wirklich interessiert. Mhm. Und gleichzeitig hat er ihn aber auch wenig anerkannt, vielleicht zu wenig anerkannt und selten gelobt war, selten da, war ein abwesender Vater. Aha. Oh ja. Also eher ein schwieriger Vater. War, also man. Soweit man es weiß. Man wünscht sich wahrscheinlich einen anderen Vater, würde ich mal sagen. Soweit man das beurteilen kann, natürlich. Okay, okay. Okay. Aber der Sohn war einer von Goethes Helfern, wenn man so Genau, will. genau. Inwiefern? Wo hat er ihm geholfen? Wie hat er ihm geholfen? In ganz vielen Dingen. Also er hat ja Jura studiert in Heidelberg und in Jena. Aha. War dann in der Verwaltung tätig. Aha. Da hat Goethe ihn unterstützt und reingebracht. Das war jetzt nicht besonders unüblich, dass das Väter und ihre Söhne da kooperieren, beziehungsweise, dass Väter ihre Söhne da unterbringen, beziehungsweise Söhne das machen, was ihre Väter schon gemacht haben. Das wollen ja viele. Ja, und in einer Ständegesellschaft, wo ja Berufe ja richtig weitergegeben werden, ist das ja vielleicht noch viel häufiger der Fall. Also das hat auch niemanden gewundert. Da hat Goethe Sohn, jetzt müssen wir immer ein bisschen differenzieren, Goethe Sohn, Goethe Vater. Aha. Da hat Goethe Sohn seinen Vater vertreten, bei allen möglichen Gelegenheiten. Aha. Er war selber ja, hat ja auch von seiner Ausbildung her, war er auch befähigt, irgendwelche Bauprozesse, Straßenbau, Hindernisse für irgendwelche Wissenschaftler, die in Jena sich etablieren, Döberreiner zum Beispiel, oder für das Observatorium in Jena oder aus dem Weg zu räumen. Er war so ein Mann für alles, in der Verwaltung angestellt, hat ihn auch bei den Freimauern, in den Logen vertreten, bei finanziellen Dingen wurde er Strohmann vorgeschoben. Wenn es darum ging, das väterliche Erbe, also das Erbe von Goethes Vater, Aha. also von Kaspar von Goethe in Frankfurt, nachdem er gestorben war und dann auch die Mutter vor allem gestorben war, sozusagen nach Weimar zu transferieren, was nicht einfach war, weil da eine hohe Abzahlung zu machen war und Goethe wollte da nicht auftreten. Der ist derjenige, der sich da jetzt groß ums Geld kümmert, hat er seinen Sohn vorgeschoben. Da ging es um recht große Summen. Ähnlich hat der Sohn den Vater, also jetzt August, Johann Wolfgang, vertreten bei den Verhandlungen von Goethes Werken, Ausgabe letzter Hand. Das war ja ein sehr großes Projekt in den 1820er Jahren, dass Goethe das Ende seines Lebens, am Ende seines dichterischen und beruflichen Lebens, eine Ausgabe letzter Hand veranstaltet. Und wollte natürlich, da viele Verleger daran interessiert waren, das zu bekommen und da hohe Summen auch geboten haben. Wobei, Moment, du musst kurz mal erklären, eine Ausgabe letzter Hand, das wäre sozusagen, Eine von Goethe, also von dem Autor selbst, ja? autorisierte Ausgabe der gesammelten Werke, auch mit zum Teil noch unveröffentlichtem, einer der großen und bekannten Dichter Deutschlands, hätte das sozusagen selbst veranstaltet. Es gibt ja in der Zeit noch kein Urheberrecht. In jedem Staat kannst du das nachdrucken, was im Nachbarstaat sozusagen. Okay, Und das wollte Goethe eben nicht und ja. er hat versucht, das einheitlich zu machen und daran ist er nicht gelungen, daran ist er gescheitert. Das kam erst dann Ende des 19. Jahrhunderts. Aber diese Ausgabe letzter Hand hat er dann nicht an den meistbieten, aber an einen hochbietenden, einen Kotter, dem berühmten Verleger Quert Kotter. Kotter, ja. Ihn, glaube ich, um 60.000 Reichstaler verkauft quasi. Das hat er aber seinen Sohn machen lassen und hat sich immer selbst die Zustimmung vorbehalten. Was genau hat er dann gemacht? Also das Aushandeln oder dann einfach? Genau, Okay. das Aushandeln. Also wenn jemand zu Goethe gekommen ist, es gab Gebote bis zu 200.000 Reichstaler, Wurden die gleich an den Sohn verwiesen, der musste sich um das kümmern, hat das auch gemacht, das Geschäftliche war, hat ihn auch interessiert. Also solche Dinge. Solche langwierigen und auch jahrelangen, das waren ja jahrelangen Verhandlungen. Okay. Zum Beispiel. Aber was uns interessiert, ist natürlich die Naturwissenschaften. Genau. Und da hat schon der junge August von Goethe, hat den Vater schon als Fünfjähriger nach Ilmenau begleitet und hat bis dann das Bergwerk. Ja. Hat sich die Bergwerksarbeitend angesehen, bekannte er sogar in der Bergwerksuniform, hat sich immer für Gesteine und Mineralien interessiert. Aha. War dann auf einer Reise nach Göttingen mit als Elfjähriger, wo sie am Heimberg Fossilien gesucht haben. Mhm. den großen Blumenbach ebenfalls besucht haben, den einer der Zierten der Universität Göttingens in einer der begründeten Anthropologie, der auch Fossiliensammlung hatte. Sehr schön. Ich dachte gar nicht, der der Blumenbach wäre irgendwie so ein Gewässer. Nein, nein, nein. Okay. Und der mit dem August dann auch in Briefwechsel stand. Das war einer der großen Wissenschaftler zum Beispiel des späten 1800s. Das ist so, wie wenn der Sohn von jemandem durch dich vermittelt mit Stephen Hawking oder mit… Also eine echte Größe seiner Zeit. Genau. Und er schreibt auch August zurück, bedankt sich für die Fossilien. Aha. Also im Prinzip ähnlich wie beim Vater, wo auch das Bergwerk mit dafür gesorgt hat, dass Goethe sich um dieses Riesenfeld Gesteine auch kümmert. Genau. War das im Prinzip bei seinem Sohn, der das eben schon als Kind kennengelernt hat. Ja, genau. Schon wirklich als kleines Kind, als Fünfjähriger, muss man sich ja mal vorstellen. Und August war dann auch zuständig für die Sammlung, die geowissenschaftliche Sammlung. Mhm. Und zwar schwerpunktmäßig für den Fossilienteil. Hat die Sammlung selber geordnet, aber vor allem die Fossilien hat ein Verzeichnis verfasst 1813, also im Kriegsjahr 1813. Ja. Dass die Völkerschlacht von Leipzig dann die napoleonische Herrschaft bricht im Oktober 1813, wo sich Goethe auch besonders, wo sich Goethe auch besonders, da merkt man, weil er viel davor schon hat, besonders in diesem Jahr für die geologischen Dinge interessiert und da auch besonders intensiv sammelt, da wird die Sammlung neu aufgestellt. Aha. Das macht August von Goethe und organisiert das, organisiert das mit an der Völkern. Und wie gesagt, schreibt ihm auch das Verzeichnis der Fossilien 300 gibt's da, also erst ein Drittel von dem, was dann zu Johann Wolfgang von Goethes Tod 1832 da ist, der Rest kommt dann, also, der Rest ist, die anderen zwei Drittel kommen, dann ist den Jaren danach. Aha. Und die Besonderheit dabei ist auch, dass wir ja, über Etiketten haben wir schon mal gesprochen in der Sammlung, dass diese Vordrugetiketten, die der Vater gekauft hat und gesammelt hat, die sind ja nie ausgefüllt bei den Mineraliengesteinen, aber sie sind fast immer ausgefüllt bei den Fossilien und zwar mit der Schrift August von Goethe. Ja. August von Goethe ist eine leicht kennbare Schrift und also man sieht da, dass hier diese Sammlung eben da besonders von Sohn verwaltet wurde. Der hat sich gekümmert. Der hat sich gekümmert darum und der war auch ein Kenner davon, also der wurde auch manchmal in Fragen der Mineralogie oder der Edelsteinkunde auch vom Hof, vom Weimarer Hof herangezogen, um zu beurteilen und zu beschreiben, wie da ein besonders wertvolles Kästchen, eine besonders wertvolle Sammlung von Edelsteinen, wie die zu bewerten ist und hat das auch noch begutachtet und versiegelt. Ja. Also das war auch sozusagen Hofdienst. Hat er auch geschrieben darüber? Das ist ein guter Punkt, schreibt August von Goethe. Überhaupt? Goethe schreibt Von er überhaupt, Und im genau. Speziellen? Und dem Speziellen. Ist es nicht eigentlich logisch, dass der Sohn eines Dichters auch selber schon früh zu schreiben beginnt? Das wäre der Schreibversuch her. Und das ist das Interessante. August von Goethe hat sich, ich will nicht sagen, inszeniert als nicht Dichtersohn, aber vielleicht geht es ein bisschen in die Richtung. Weil alle von ihm erwarten, er ist der Dichtersohn und er blockiert da komplett und sagt, nee Leute, da habe ich nichts mit zu tun. Genau, fühlt sich in Heidelberg am wohlsten. Da ist ein Student, da tritt er seiner studentischen Verbindung bei, das ist alles, was Goethe abgelehnt hat. Das war ihm zu aufrührerisch, zu revolutionär, zu nationalistisch. Deswegen hat er dann in Jena dafür gesorgt, dass es dort der junge August nicht machen kann. Aber der Sohn spielt ein bisschen damit, er schreibt auch fast nichts, außer auf Befehl des Vaters, auf Wunsch des Vaters. Also wenn Reisen gemacht werden, schreibt August von Goethe, also bei den großen Reisen nach Berlin, mit seiner Frau dann schon, mit seiner Ottilie von Pugwisch, wird sozusagen ein Tagebuch richtig geführt und gefordert auch vom Vater, wo dann auch genau jeden Tag beschrieben ist, was habe ich gesehen, was habe ich absolviert, wen habe ich getroffen, welche Kunstwerke habe ich besucht, gesehen und so weiter. Das wird richtig da wie eine Aufgabe erfüllt und dasselbe auch in Italien. Das heißt, wenn der Sohn selber eine Reise macht, führt er so ein Reisetagebuch oder so? Für den Vater. Achso, die sind zusammen. Nein, der Vater verlangt das und es wird dann nach Hause geschickt und der Vater liest das dann auch. Ah, okay. Und kommentiert das und kritisiert das oder lobt das und so weiter. Und so nimmt der Vater natürlich an der Reise des Sohnes teil zum einen, Ja. zum anderen, also zeigt Interesse, zum anderen ist das auch eine Form der Kontrolle, wenn man so will. Ja. Also, ja, und man muss sich das ja auch mal vorstellen, also auch bei der Italienreise, auf die wir dann auch noch zu sprechen kommen werden, 1830. Die er auch gemacht hat, genau wie sein Vater? Die er auch gemacht hat wie sein Vater und auch wie sein Großvater, haben wir alle drei, haben wir eine Italienreise gemacht. Alle drei haben darüber geschrieben, der Großvater. Eine Reisebeschreibung auf Italienisch, nicht auf Deutsch, Okay. sondern ursprünglich auf Italienisch. Ja. Der Sohn, seine berühmte italienische Reise, die ja dann zum, quasi zum Handbuch wurde, also zu dem Buch, das man mitgeführt hat als Deutscher, als deutscher Tourist im 19. Jahrhundert nach Italien, womit man Italien gesehen hat. Hat natürlich auch bereits der Vater, also Johann Wolfgang, als erstes ein Tagebuch geführt und die Reisebeschreibung selber dann Jahrzehnte später geschrieben und umgeformt und überarbeitet. Aha. Auch mit dem Blickwinkel des Menschen geschrieben, der dann Jahrzehnte später auf Italien mit einer ganz anderen Erfahrung noch zurückblickt als 1786, als er eben seine Reise unternommen hat. Oh mein Gott, du sagtest gerade, spätere Italienreisen, die hatten dann ein Buch mit, wie so ein Reiseführer oder sowas. Genau. Und Die hatten das das war, Buch. das war, das war, das war das von August von Goethe? Nein, nein, die hatten das Buch von Johann Wolfgang von Ja. Goethe natürlich mit, die italienische Reise Ja. von ihm. Die, aber Johann Wolfgang eben Jahrzehnte nach seiner eigenen Reise und seinem eigenen Reisetagebuch mit Hilfe dieses Tagebuchs geschrieben hat. Okay, Das okay. Tagebuch hat was Unmittelbares sozusagen, das wird sozusagen täglich oder wöchentlich geführt. Da werden Teile auch dann nach Weimar geschickt. Ist ja für Charlotte von Stein sind auch Aufzeichnungen bestimmt. Die, 1786 bis 1888 war die Reise, die erste, die zweite, dann 1790, die war dann nicht mehr so bestimmend. Aber die Fiktion war ja die, der Vater jetzt hat sich ja fluchtartig und vor allem ohne das jemanden groß anzukündigen, also vor allem nicht seiner Geliebten. Charlotte von Stein ist dann verschwunden und war plötzlich weg und kam dann eineinhalb, zwei Jahre nicht wieder. Hat sie sitzen lassen? Wenn man das so will. Ich meine, sie war verheiratet und. Achso, ja, okay. Hatte sie eben Kinder, also, ja, aber sie hat da eben erst erfahren, also erstens, erst weg und dann wusste sie ja lange Zeit gar nicht, wo er überhaupt ist. Jedenfalls weit weg und dann kamen schon langsam irgendwelche Meldungen, Briefe. Niemand durfte das sagen, also über seinen Sekretär hatte er eigentlich schon eine Beziehung. Ja, es war alles kompliziert. Denfalls dieses Buch hat Goethe dann aber erst viele, viele Jahre später geschrieben, die italienische Reise. Ja. Die hat auch unser Italienbild bis heute geprägt, wenn du so willst. Ja. Und auch der Sohn, also nicht nur der Großvater und der Vater, sondern auch der Sohn. Und der Sohn schreibt, muss auch schreiben sozusagen, als er dann selber 1830 nach Italien geht, auf Geheiß des Vaters. Und da werden diese einzelnen Teile dann, die Aufenthalte in Mailand, in Venedig, in Pisa, was weiß ich, La Spezia und in Rom und in Neapel natürlich, die werden dann immer sozusagen stückweise nach Weimar geschickt. Aha. Und so erlebt dann der Vater, Johann Wolfgang, mit, wie der Sohn sich da entwickelt und was er da alles sieht. Und diese Beschreibungen? Das sind in Form eines Tagebuchs dann. Ja, okay. Gibt es da irgendwelche nennenswerten Berichte? Naja, die sind publiziert. Ja. Es ist ganz interessant, genauso wie die Reisebeschreibung mit seiner Ehefrau nach Berlin. Die sind publiziert. Da kannst du sozusagen lesen, wie hat der ... Kannst du auch vergleichen. Wie hat der Sohn August Italien wahrgenommen? Ja. Was der Vater wahrgenommen? Der Vater ... Für den Vater ist das sozusagen eine Befreiungsreise, eine Bildungsreise, die sozusagen das Bildungserlebnis, Kunst, Natur, Antike, Mittelmeer, umfassende Begegnung mit einer fremden, anderen, höheren, wenn du so willst, Kultur, mit Menschen, die ihn aufs Neue zum Dichter, selber zum Menschen wieder machen, die sozusagen das Bildungsleben schlechthin sind, die aber auch einen neuen, in unserem Zusammenhang mit einem neuen Blick auf die Farben, Farbenlehre, auf Natur, auf Gebirge, auf Vulkanismus, auf die Alpen geben, aber vor allem auf die Antike. Ja, ja. Antike Kunst, antike Architektur, ja. Und beim Sohn ist es anders. Da hast du ein knapp gehaltenes Tagebuch eben, da werden Bildungsstationen oder bedeutende Orte natürlich auch aufgesucht, aber wirklich aufleben, hat man das Gefühl, das tut's, geht schon. Umso dann mehr im Umgang mit dem Volk, wenn er sich da so unter die Leute mischen kann, wenn er in die Kneipen gehen kann, in die Bars, wenn man das so noch schon sagen kann, im Italien des frühen 1900s. Ein bisschen verhält er sich als Massentourist, also als Vorwegnahme des ersten Massentouristen. Er interessiert sich sehr für, zum Beispiel für Steinbrüche in Carrara, das besucht er. Wenn er in Florenz ist, Florenz hat er den Vater gar nicht interessiert, wenn er in Florenz ist, dann die Medici-Gräber dort besucht, dann interessieren ihm vor allem die Marmorformen mit den verschiedensten prunkvollen Marmorformen, die dieser Gräber aufzeichnen und so weiter und so fort. Also es gibt ja schon grundlegende Unterschiede. Ja. Okay, die Berlin-Reise, ich meine, Italien-Reise, okay, das ist ein Riesending, Berlin-Reise klingt ja nicht so groß und spannend. Naja, Berlin ist ja immerhin die Hauptstadt von Preußen gewesen und Goethe selber war nur einmal da, fünf Tage. Man hat sich nicht sehr wohl gefühlt, hat sich auch negativ über Berlin und Berliner geäußert. Es war von Rom abgesehen die einzige größere Stadt, in der Goethe doch war, war ja nie in Paris, in London, in Wien, in Prag, sonst wo. Neapel und Rom waren so die großen Städte, wobei Neapel noch größer war zu der Zeit als Rom, wenn ich das richtig erinnern habe und so wirklich deutlich größer. Auch als Hauptstadt natürlich des Vizekönigreichs in Neapel. Ja. Wie lange war August da? Ungefähr? August war länger da, war mehrere Wochen da und es war eine, mit seiner Frau, es war so eine richtige Besuchsreise. Also der berühmte Sohn oder der Sohn des Ja. berühmten Vaters trifft auch viele Menschen, die sozusagen im Sohn den Vater verehren oder in der Familie den Vater verehren. August hat unendlich viele Menschen aus dem Kulturleben getroffen. Und hat da Beziehungen, Kontakte geknüpft und verstärkt und so weiter. Humboldt vielleicht sogar? Ja, ich glaube Humboldt auch. Die Reise war allerdings bevor Humboldt endgültig nach Berlin gezogen ist. Der ist ja 1827, 28 erst nach Berlin gekommen, also hat sich dort niedergelassen. Ja. Jedenfalls bietet diese Reise halt den Einblick in diese Wissenschaftswelt und Organisation. Das Berliner. Herzogtum, die Berliner Reise, also das Herzogtum oder zu der Zeit ja schon Großherzogtum Sachsen-Weimar. War ja ein Verbündeter von Preußen, auch militärisch eng verbündet, das war ja einer der Gründe für die problematische Situation dann nach Jena und Auerstedt, nach der Schlacht von ihnen in Auerstedt, weil Napoleon das Herzogtum ja liquidieren wollte, weil die ja aktiv gekämpft haben gegen die Franzosen, obwohl das Herzogtum ja eher klein war. Also das war sozusagen der Besuch bei Freunden, Ja. nennen wir es mal so, bei überlegenen großen Freunden während der Italienreise. August wollte immer reisen. August hat seine Jahre und Jahrzehnte als Frohn empfunden, als ein Zurück in den Käfig, beschreibt er das, hat ja das Haus nie verlassen. Also seine Ehe führt da auch im Goethehaus selbst, gründet er zwar einen eigenen Hausstand, aber nur einen Stock über der väterlich-mütterlichen Wohnung. Ah, okay. Dachgeschoss, blickt Im er dann auf den Frauenblatt, wird dann die Wohnung ausgeräumt, also die Mansarde ausgeräumt. 1817 vor der Heirat. Ja. Die Heirat, die auch nur möglich war, muss man auch dazu sagen, sieht man wie alles prekär, aber die Heirat war nur möglich. Ottilio von Pockwisch war adelig, die viele der adeligen Verwandten haben das abgelehnt mit einem bürgerlichen und vor allem mit einer, mit jemandem zu verheiratet zu sein, wie das Christiane Vulpius, also aus der Unterschicht kommend, war gar nicht möglich. Und erst der Tod von Christiane Vulpius 1816, im Sommer 1816, hat überhaupt die Chance eröffnet, dass einer wie August von Goethe, immerhin schon, dann jemand aus dem alten Adel Henkel, Donnersmark, beziehungsweise Pockwisch herren kann. Es war noch bei dieser Heirat weder jemand von dem Weimarer Hof dabei. Aha. Und auch von der Familie waren nur zwei dabei, also die haben das alle, wird er weniger gepflegt, in Noriechertz. Und das ist ja so weit reichte, weil die Mutter eben... Natürlich, na selbstverständlich. Okay. Also, wir befinden uns in einer Ständegesellschaft, wo das ganz wichtig ist. Ja, ja. Und das hat Ottilie von Pockwisch, dann verheiratete von Goethe, letztlich auch ähnlich gesehen. Ah. Über die Ehe werden wir vielleicht auch noch kurz sprechen. Ah. Die war ja von Anfang an problematisch, nicht aus diesem Grund, nicht nur aus diesem Grund. Ah. Ja. Ja, jedenfalls er zieht da ein in, oder sie ziehen da ein in die Mansarde des Goethe-Hauses, die Mansarde ist erhalten, aber natürlich nicht mehr in, so wie das, genau in dem Zustand, das muss auch August schon bereits zahlen, ganzes Jahresgehalt geht da drauf, um das dazu zu, herzurichten, das sind so wichtige Daten in seinem Leben, 1816, dem toten Mutter, 1817. du, Saskia, der muss auch zahlen, also die Einrichtung von dem ganzen Ding, also, Genau, dass es eine Wohnung wird, hat der aber Miete gezahlt oder so? Nein, nein, Miete hat er nicht gezahlt, aber nachdem es eine Mansarde ist, hat das ja auf der einen Seite schiefe, ähm, Wände, weil das ist ja das Dach Dach, bereits, das heißt, man muss das einbauen, Einbaumöbel und so, ja, okay. Und da führt dann Ottilie, die nunmehrige von Goethe, ihren Salon, sie ist jetzt nicht der Mensch, der für das praktische Leben gemacht ist, August war ja eigentlich ein Praktiker, sie ist das nicht, sie sieht sich eher als geistig, dichterisch, vielleicht hat sie eingehertet, vielleicht kann man das so sagen. Ja. Aber auf jeden Fall spielt der Vater eine große Rolle. Weil es Goethe war. Weil es Goethe war, genau. Und in den Sohn war sie am Anfang verliebt, dann hat sie aber, nachdem der aus ihrem Leben wieder getreten ist, ich glaube durch sein Studieren, hat sie dann die Liebe ihres Lebens kennengelernt, wobei sie oft verliebt war. Und in ihrem Leben muss man auch während der Ehe. Auch während der Ehe, aber sie hat dann die Liebe ihres Lebens kennengelernt, einen Offizier, den Ferdinand Heinke. Ganz romantisch, da hat sie sich dann auch zusammengezimmert. Der war Soldat in der Krieg, den hätte sie dann gesund gepflegt, verwundet, im Park gefunden. Mit ihrer Freundin tatsächlich war es ein bisschen anders, sie kannte ihn schon und so verwundet scheint er auch nicht gewesen zu sein. Wie der Mochseyer jedenfalls war das die Liebe ihres Lebens und das inszeniert sie auch bis zu ihrem Tod. Also sie behält dann bis zu ihrem Tod, sie überlebt in ihrem Ehemann. Überlebt sie ja um 40 Jahre, glaube ich, über Das 40 Jahre. war also alles nach dem Tod von August? Nein, das war vor der Heirat. Wir sind jetzt in der Zeit vor der Heirat. Okay. sie dann eben den Ferdinand, wie soll Wo ich sagen? Anbandelt. Anbandelt und so weiter und der muss aber wieder dann weiterziehen, hat auch eine Verlobte zu Hause. Ah, okay. Was sie aber auch weiß, aber sie lebt zum Teil in einer Welt, die nicht immer mit Realität übereinstimmt. Okay. Und sie hat dann auch, es wurde dann, musste dann auch, also das war eine Bedingung der Ehe, dass sie das Andenken an diesen Ferdinand Heinke dann auch pflegen durfte. Ah, okay, okay. So wurde die Verlobung auch, glaube ich, an dem Tag gemacht, an dem drei Jahre später, also drei Jahre später fand die Verlobung zwischen August und ihr an dem Tag statt, am 31. Januar, 31. Dezember, Entschuldigung, an dem Tag statt, an dem sie den Ferdinand Heinke zum letzten Mal gesehen hat. Ja. Und auch der Hochzeitstermin war so gelegt, dass das war ein Tag, an dem sie ihn besonders gepflegt hat, oder das war kurz, wie auch immer. Es war alles irgendwie verbunden mit diesem Kerl, der dann immer mitgespielt hat und ein paar Tage vor der Hochzeit hat August ihr dann verboten, den Namen auch zu erwähnen nochmal. Also es war ein bisschen kompliziert. Und als der weg war und August zurückkam und hat drei Jahre um sie geworben, da wollte sie aber im Grunde nicht mehr. Und hat dann aber letztlich nach drei Jahren doch ja gesagt, er war da beharrlich. Ja, und so in der Zeit sind wir jetzt 18, 17 und man sieht in die Mansarde. Okay. Drunter ist eben der bestimmende Vater und der freut sich natürlich, dass hier Jugend ins Haus kommt, dass hier wieder Leben ins Haus kommt Ja. nach dem Tod seiner Ehefrau. Dann gab es ja auch Kinder. Es gab Kinder und bereits, also das erste gleich. Der Walter. Der Walter, zehn Monate nach der Hochzeit. Ja. Da kam der, glaube ich, auf die Welt. Aha. Und wenn ich es dann richtig im Kopf habe, zwei Monate nach seiner Geburt hat sie schon Entscheidung gedacht. Also es war von Anfang Oh. an nicht so Also klug. keine Liebesheirat. Genau. Also von seiner Seite, von seiner Seite eher schon, von ihrer Seite eher nicht. Ja. Hm. Okay. Was auch noch dazu kam, also August von Goethe, der sich wie in einem Käfig gefühlt hat, der von seinem Vater quasi als Helfer, wir haben das ja auch verwendet, das Wort. Ja. Verwende nur, der alles oder alles. Und das sieht man auch im Briefwechsel. Und der auch in einer unglücklichen Ehe gefangen war, der hat sich dann... ... über eine Lösung, unter Anführungszeichen "Lösung" gefunden, das sei einen unerwesklichen Zustand. Also zuerst wollte er Ja. ja eben reisen. Ja. Aber eine andere Lösung war der Alkohol. Ja, okay. Indem er sich stürzte. Indem er sich vorher schon gestürzt hat, und das wurde dann natürlich noch exzessiver. Also er hat sehr gerne dem Alkohol zugesprochen. Es hat den Vater auch besorgt, der er auch nicht... Ich würde gerade sagen: Vater... Der Ja. ... war ja auch immer mal wieder... ... der hat auch nicht abgeneigt. Ja, auch die Mutter nicht. Ja. Es war, also ich wäre jetzt übertrieben zu sagen, dass das eine Alkoholikerfamilie war, um Gottes Willen... Ne, die haben einfach gerne einen getrunken. Sie haben gerne einen getrunken, erstens das. Es war immer gefüllt, der Keller. Ja. Bei den abendlichen oder bei den mittaglichen, so um zwei, drei hat man so mal also Mittag gegessen. Ja. Da hat dann jeder, der sozusagen am Tisch war, so zwei Flaschen getrunken. Okay. Ich ... wollte gerade... Flaschen Wein. Es gibt ja intensiven, sagen wir mal so, man trinkt Alkohol zu allen Gelegenheiten, ist aber man abhängig in einer krankhaften Art und Weise. Aber zwei Flaschen Wein zum Mittagessen ... also so am frühen Nachmittag eben. ist... Man muss, man muss zwei Einschränkungen machen. Die erste Einschränkung ist die, du trinkst in der Zeit, das machen alle, viel mehr Alkohol als heute, weil Wasser trinken nicht immer ist. ungefährlich Ja. Das ist das eine, die dritte, also die jüngste Tochter Alma, ist ja an einer Typhoserkrankung Ja. sehr jung gestorben. Weil Wasser eben ab und zu schon mal belastet war mit... Ja. Also Wasser kann gefährlich sein, man trinkt das also vermischt, das ist das eine und das Stichwort ist auch vermischt: Der Alkoholgehalt des Weines war damals ja niedriger als heute. Ja. Und zwar deutlich niedriger, weiß nicht, ob das durchgehend so ist, aber so 10 bis 12 Prozent, Volumsprozent hat das damals gehabt und heute ist das ja 12 bis 14 oder so. Also es ist weniger und es ist üblicher und bereits das Kind wird mit Alkohol... Also das Kind bekommt irgendwelche Kleinigkeiten in Alkohol getrunkt und Ja. trinkt das dann ganz gerne. Also beim Kind reden wir auch von fünf, sechs, siebenjährigen. Das heißt, es ist ein anderer Umgang. Aber man könnte sagen, es hat evolutionäre Vorteile Alkohol zu trinken, Überlebensvorteile. in so einer Situation, solche Gesellschaft ja, wenn man so will. Ja, weil es einfach keimtötend war. Keimtötend. Ja, genau. Ja. würdest du sagen, August war im Gegensatz zu seinem Vater, dass ich harter Alkoholiker, weiß man das? Was ist denn ein harter Alkoholiker? Naja, also eine der Todesursachen wird natürlich, oder wurde natürlich immer Leberzirrhose konstatiert. Aha. Und bei das Sektionsprotokoll, der Leiche von August, die beschreibt auch eine abnorme Leber. Mhm. Besonsten nicht abnormen Organen. Ja, im Bauchsitus vor allem. Und zwar aber eine nicht typische für die Zirrhose, sondern eine stark vergrößerte Leber. Als dreifache vergrößerte es her, Kälber-Leber, wenn ich es richtig im Kopf habe. Also August hatte sicher Leberprobleme, vielleicht waren es Gallenprobleme. Mhm. Vielleicht hängen die auch damit zusammen, es ist immer schwierig zu spekulieren mit diesen Dingen, aber wahrscheinlich war es keine Leberzirrhose. Mhm, okay. Aber dass er seine Leber nicht geschont hat, das kann man glaube ich objektiv sagen. Und wahrscheinlich würde man ihn auch, also man würde ihm nicht ganz unrecht tun, wenn man ihn in den späteren Jahren als Alkoholiker bezeichnen würde, es haben bereits so Lebzeiten die bisschen Böswilligeren, die August gesehen haben als den stumpfen Sohn eines genialen Vaters, die haben das natürlich auch so gesagt, mehr oder weniger. Wir sind ein bisschen abgekommen vom eigentlichen Thema, wie denn August jetzt Goethe, also dem Vater tatsächlich geholfen hat. Du hattest schon gesagt, er war tatsächlich ja ein Experte in Sachen Mineralogie. Mhm. hatte gefragt, da hat denn August eigentlich geschrieben Ja. und meinte aber damit tatsächlich auch, obwohl sie es naheliegend ist, bei Johann Wolfgang von Goethe als Vater nach dem Literarischen Werk zu Mhm. fangen. Aber hat er denn vielleicht auch zum Thema Mineralogie irgendwas verfasst, was irgendwie Bestand hat? Interessanterweise nicht. Also da gibt's... also im Grunde ist es ja eigentlich so, dass sich niemand für August von Goethe interessiert hat und dass Stefan Oswald in seiner vor ein paar Jahren erschienenen, schönen... Die Biografie über August von Goethe dann die einzigen, soweit wir das wissen, erhaltenen Texte, fiktionalen Texte... Aha. mit denen sich August probiert hat, Ja. veröffentlicht hat. Also kann man sich ausrechnen, sind fast 200 Jahre nach Augusts Tod. Mit Ursache ist auch, dass sie woanders laden, als im eigentlichen Nachlass von August. Aber das ist eine mögliche andere Geschichte. Das ist trotzdem alles durchforscht und durchforst worden. Mhm. aber das sind so Dramen, Entwürfe, wenn man so will, oder Skizzen zu... also das ist fiktional, die Texte, Skizzen zu Novellen. Ja. Es ist aber nicht umfangreich. Ja. Und das umfangreichste sind eben die beiden Tagebuch-Konvolute, wenn man so will, der Berliner und der italienischen Reise. ... ja. Menachologisches, wissenschaftliches, wie der Vater, das aus dem Nachlass erhalten wäre, scheint es nicht zu geben. Mhm. ...was Interessantes, Mhm. Aha. finde ich. Allerdings kam der Nachlass ja zurück an den Vater und er hat auch Teile davon... ...vernichtet, Teile eben nicht, aber Teile, die er wahrscheinlich nicht interessant fand, warum Mhm. und was genau das ist, wissen wir natürlich nicht. hat er eben vernichtet, vielleicht war da was dabei. Wir wissen es nicht. Aha. Er halten sie nicht. Aha. So weit wir das wissen, Okay. muss man immer natürlich sagen. Aber ich erinnere mich, als du mir das Naturwissenliche auf wie viel Kabinett gezeigt hast und sagtest, diese Teile sind noch von Augusts. Mhm. Aus Augusts-Sammlung. Ja. Also hat er eine eigene Sammlung gehabt, die dann Goethe inkorporiert hat in sein oder... Genau. Wie muss ich mir sagen, weil du eben sagtest, er hat die Fossilien in Goethes Sammlung betreut. Ja. Aber hat August dann selber auch nochmal selber gesammelt und eine eigene Sammlung gehabt oder wie... Genau. Also August hatte eine eigene Sammlung, das muss man mal klar festhalten. Mhm. Diese Sammlung war zum Teil selbst gesammelt, zum Teil vom Vater geschenkt oder von anderen geschenkt. Mhm. Befand sich natürlich immer im Goethehaus, fast immer in der Mansarde des Goethehauses. Da hatte August ein eigenes mineralogisches Zimmer eingerichtet eine Zeit lang, das nur dieser Sammlung gewidmet war. Und der Vater selbst hat dem Sohn, als er noch Kind war, auch Skelette von Säugetieren und Vögeln, aber auch Vogelkästen geschenkt, Ja. aus Jena. Ja. Die hatte August auch in seiner Sammlung und auch noch andere Dinge. Diese Objekte haben natürlich das Goethehaus nie verlassen, kamen dann nach Augusts Tod, blieben sie auch im Goethehaus und wurden Bestandteil der goetischen Sammlung. Wenn wir also goetische Sammlung sagen, müssen wir sagen, dass es eigentlich die Sammlung von Johann Wolfgang und August von Goethe ist. Mhm. Wobei … und die Trennung eben eigentlich nicht immer zu machen ist oder schwierig zu machen ist im Detail. Und auch nicht sinnvoll ist letztlich. Aber August hatte immer einen Anteil daran. Wobei der Vater natürlich mit über 50 Jahren Sammeltätigkeit und Okay. so weiter einfach von vornherein schon einen viel größeren Prozentsatz darstellt, selbst wenn man es trennen könnte. Und wie willst du auch was trennen? Wenn der Vater schenkt dir etwas, Ja. es bleibt immer im Haus und nach deinem Tod kommt es wieder zum Vater zurück. Ist es jetzt dann meines? Ist es dann das des Vaters? Also das ist eigentlich beides, ist glaube ich auch sinnlos, diese Trennung in vielen Fällen. Aber selbstverständlich muss man sagen, August hatte eine eigene Sammlung. Ja gut, dann ist natürlich auch schwer zu sagen, wie groß die war. Genau. Aber man kann sagen, wenn man sich die Vogelkästen anschaut, das sind so 20 Stück und die Skelette sind auch vielleicht 20 Stück in der Größenordnung. Fossilien, Mineralien kann man ganz schwer sagen, was jetzt von August ist. Vor allem, weil er ja auch die Stücke des Vaters beschriftet hat. Ja. Und manchmal, das finde ich auch fast rührend, manchmal können wir auch bei den Etiketten erkennen, dass es der junge August gemacht haben muss. Mhm. Manchmal imitiert er die Etiketten des Vaters mit den Zierleisten, das heißt, wir haben Augustetiketten, Augustschrift, die sozusagen die väterlichen Vordrucketiketten imitieren. Wobei die Frage möglich ist, warum hat er nicht die vom Vater selbst gleich verwendet. Vielleicht hat es ihm Spaß gemacht, vielleicht konnte er nicht, kann man auch nur spekulieren, ist auch nicht so wichtig. Also, es finden sich Spuren von August überall in der geowissenschaftlichen Sammlung, eben mit dem Schwerpunkt Fossilien. Mhm. Und was dazu kommt, das haben sich beide dafür interessiert eben, Vater und Sohn. Und das ist einer der wenigen Punkte, in dem der Vater den Sohn als gleichwertig ansieht. Mhm. man so den Briefwechsel durchliest oder wie die miteinander umgehen, dann ist man immer erstaunt über das Devote des Sohnes gegenüber dem Vater und immer dem Wunsch, ihn zu sehen, eben seinen Lob zu gewinnen, seinen Gefallen Wenn zu gewinnen, seine Zustimmung. Mhm. Was der Vater nur ganz selten gibt. Und bei diesen Sachen, wenn es darum geht, um Fossilien, da empfindet auch der Vater, und da redet der Sohn auch anders mit dem Vater, fast von gleich, oder eigentlich von gleich zu gleich. Ja. Das finde ich sehr interessant. Das ist der einzige, der einzige Ort, wenn man so will, der einzige geistige Ort, an dem sie sich als gleich begegnen. Ja, schade, Ja. dass der da so wenig, also wäre ja vielleicht auch eine Chance gewesen. Ja. Zu schreiben, oder ich meine, vielleicht war Schreiben auch einfach nicht sein Ding, kann ja auch sein, Herr Das Gott. ist genau, das ist ein wichtiger Punkt, das hat man noch gar nicht erwähnt, Stichwort Schreiben. Wenn man die Briefe liest, ich will jetzt nicht von Rechtschreibfehlern sprechen. Mhm. Weil es ja noch keine richtige normierte Ja. Rechtschreibung gibt, aber wahrscheinlich war August von Goethe auch Legastheniker. Also, manche Worte sind so geschrieben, dass man dann nachdenken muss. Ja. Ja. Äh, Ah, was heißt denn das? ja, Ähm, August von Goethe muss offensichtlich immer wieder neu, jedes Wort, und zwar innerhalb eines Briefes, sind bestimmte Wörter immer wieder anders geschrieben. Also, dasselbe Wort ja. immer anders geschrieben. Ja. Kommt bei anderen auch vor, bei August ist es besonders deutlich. Ja. August scheint irgendwie Legastheniker gewesen zu sein. gut. Es war für ihn vielleicht nicht so einfach und es fällt Ja, aber dann auf, wenn er diktieren kann, wenn er, dann fällt das nicht auf und wenn er in der normierten Kanzlei-Sprache wohl spricht, dann fällt das auch nicht so auf. Aber in anderen Gelegenheiten schon, wie oft das Wort geognostisch falsch geschrieben ist, ist ganz erstaunlich. Kann man auch schon mal falsch schreiben, Geogonost. aber dass man das immer wieder Ja, neu. Klar. Das ist natürlich dann schwierig. Es erinnert ein bisschen fast an die Mutter, die Christiane, wo das ja in den Briefausgaben normiert ist, aber die Originalbriefe in der Rechtschreibung haben, die auch Goethe immer wieder, also dazu veranlasst hat, den Brief mehrmals zu lesen, um das zu verstehen, weil Christiane hat im thüringischen Dialekt nach Gehör geschrieben. Okay. Also so, wie man das eben ausspricht. Ja. Klar. Das kommt bei August auch manchmal vor. Nicht ganz so schlimm wie bei seiner Mutter. Ja. So viel zum Thema auch schreiben. Ja. Wie war das Verhältnis eigentlich von August zu seiner Mutter? Ich glaube, das war sehr gut, aber ich, meines Wissens weiß man auch gar nicht so viel darüber. Okay. ich habe in der Biografie von Stefan Oswald da vergeblich nach einem Kapitel gesucht, toter Mutter oder Ja. Und weiß nicht, wie man das umschreiben sollte. Schwierig, ja. Ja. Aber das Hauptproblem war das zum Vater? Ja. Und August hat da auch einen Brief, allerdings auch in den nie abgeschickt, ich will da jetzt nicht die Parallele zu Kafka, Brief an den Vater, aber es gibt sowas auch bei August, nur dass es eben dann der Sohn an den berühmten Schriftsteller, während er bei Kafka, der berühmte, dann noch nicht berühmte Schriftsteller, später berühmte Schriftsteller, an den Vater schreibt, der er auch nie lobt und er auch autoritär ist. Aber sowas ähnliches gibt es auch im Falle August und im Falle Johann Wolfgang von Goethe, seinen Brief und der Wunsch nach Anerkennung und so weiter, ist auch in der Biografie der Auswahl drinnen, ist ein berührendes Zeugen, es ist nicht fertiggestellt, ist wahrscheinlich auch nicht abgeschickt worden. Ja, um das zu verdeutlichen, sollten wir vielleicht nochmal kurz auf die Studentenzeit von August von Goethe zurückkommen, weil das ist, glaube ich, ganz interessant. August studiert nämlich dasselbe, was Der Vater Jura. macht, genau. Studiert hast du erst in Heidelberg, war geplant auf vier Semester, hat aber nur drei dort studiert. Mhm. Heidelberg ist ja weit weg. Ja. Von Weimar. Ja. Der Sohn fühlt sich dort sehr wohl. Der Vater organisiert gleich sozusagen, wie soll man das sagen, Mentoren, Ja. die auf den Sohn aufpassen, mit denen trifft sich der Sohn praktisch nie, denen weicht er systematisch aus. Ja. Einer davon ist Henrich Voss, also der berühmte Übersetzer Mhm. von Homer. Ja, den trifft man ein paar Mal, dann gehen wir mal aus dem Weg. Andere ebenfalls. August schließt sich dort, was man sagt, wir haben ja schon gesagt, eine Studentenverbindung an. Das ist etwas, was der Vater hasst, was er ablehnt, was er natürlich nicht verhindern kann. Also, als er dann zurückkommt, der Sohn, auch interessant, aus Heidelberg, die letzten, glaube ich, 200 Kilometer geht er da zu Fuß, ja. Mhm. Wie das auch nicht ganz unüblich ist, also wir sehen uns, dass Säume, nicht von Grimmer bei Leipzig nach Syrakus auch zu Fuß gegangen ist und das auch in einem wunderschönen Buch beschrieben hat, Spaziergang nach Syrakus. Mhm. Also, da gehen Leute wirklich von Mitteldeutschland bis an die Spitze Italiens oder in den südlichsten Raum Italiens. Mhm. Also, es ist nicht ganz ungewöhnlich, aber es ist auch jetzt nicht alltäglich. Mhm. Was macht der Vater, wenn der Sohn nach eineinhalb Jahren, den er eineinhalb Jahre lang nicht gesehen hat? Mhm. Der ist gar nicht da. Der ist in Jena und der Sohn muss warten und freut sich aber, darf natürlich nicht nach Jena weitergehen, weil er seinen Vater stören würde bei der Arbeit. Der Vater schreibt gerade an den Wahlverwandtschaften. Mhm. Möchte sie oder schreibt sie gerade fertig, ich habe noch mein Pensum und es darf weder die Ehefrau kommen noch der Sohn selber, den er eineinhalb Jahre lang nicht gesehen hat. Mhm. Und erst als er fertig ist, ein paar Wochen später, kommt er dann nach Weimar zurück, man begrüßt sich. Und die Verbindung dabei findet aber auch nicht brieflich statt, sondern die findet brieflich über die Mutter statt. Mhm. Die rechtfertigt das eben, also die ist sozusagen die Stadthalterin ihres Mannes. So geht das weiter und dann, der Sohn muss aber natürlich noch, nach drei Semestern ist man ja nicht fertig mit dem Studium, Ja. studiert dann weiter und er studiert in Jena. Also dort, wo der Vater eigentlich auch ist und wo die Herrschaft des Vaters sozusagen unumschränkt ist. Aber was macht der Vater damit, jetzt verhindert, in Jena gibt es ja auch Studentenverbindungen. Und diese Studentenverbindungen machen Unruhen. Mhm. Und diese Unruhen, dafür ist Goethe verantwortlich. Das muss er gegenüber seinem Herzog. Ja. Sozusagen rechtfertigen. Goethe sorgt also dafür, dass sein Sohn da möglichst nicht mit diesen Studentenverbindungen in Verbindung tritt. Und was macht man da? Was würdest du machen damit? Also das Verbot ist ja ohnehin, das muss gar nicht ausgesprochen werden. Aber Goethe macht noch was. Was man ja, muss man sich auf der Zunge zergehen lassen, Ja. Goethe quadiert seinen Sohn während des Studiums bei dem Stadtkommandanten von Jena, bei Franz Ludwig Albrecht, glaube Okay. ich, heißt er, Hendrich, ein. Damit ist er für die Studenten gestorben. ist der verhasste Polizei- und Präsident Das quasi, also der Stadtkommandant, der sozusagen Geschickt ganzen Verbindungen Ja. Bekämpft, unterbindet und Okay. Die Leute in den Karz ersetzt oder sonst was. Ist er verhasst, so wie, weiß ich nicht, der Polizeipräsident im Metternichtstaat, Späteren Jahr? Und da ist jetzt der Goethe-Sohn, naja. Jo. Hat nicht viele Kontakte mit Okay. den, ja und tritt natürlich auch keiner Studentenverbindung bei. Aber es ging auch nur noch um ein Semester? Ah, okay, nochmal, ja. Ein Zeitel, da studiert, hat das Studium auch nicht mit einer Prüfung oder so abgeschlossen, sondern es ging ihm ja darum, in den Verwaltungsdienst anzutreten, da musste man jetzt keinen Titel erwerben oder so, wie heute. Aber Geologie oder so irgendwie, ein naturwissenschaftliches Studium? Naja, das gibt's ja eigentlich nicht zu der Zeit, da müsste man ja, wohin geht man, um das zu studieren, an eine Bergakademie oder so, darum geht's gar nicht. Aber was er natürlich macht, er hatte ja schon Kurse bei Lenz gemacht in Jena, mineralogische Kurse. Lenz ist der Chef der Mineralogischen Sozietät und der Mineralogischen Sammlung in Jena. Der eigentliche Chef ist Goethe, aber Lenz ist sozusagen auch hier sein Stadthalter. Bei dem hat er das gelernt, macht auch mehr Praktika oder einen Kurs über Hölzer und über Forstwirtschaft eigentlich. Ja, Und so, haben wir ja noch gar nicht erwähnt, ja. beginnt auch zu sammeln, legt auch eine Xylothek an, also er beginnt Hölzer zu sammeln, das ist auch noch erhalten geblieben. Du hattest mir gezeigt die von Vater Goethe, die Xylothek. Nee, das ist von beiden, das Ah, ist wir, okay, kann man okay. wieder nicht trennen, kann man wieder nicht trennen, Ja. Vater und Sohn. Okay. Und er legt auch eine Wollsammlung an, denn wir sind in der Zeit des späten Mercantilismus, der ist eigentlich schon vorbei, aber es geht darum, und damit beschäftigt er sich auch während eines praktischen Aufenthalts in einem Weimarer Provinzort, wo er sich dann auch für die Qualitäten der Wolle, unterschiedlichen Qualitäten von Schafen interessiert, und das interessiert ihn auch wirklich, diese ganzen Dinge. Und das sammelt er eben auch auf Anregung von Herrn Sturm, der das eben in jener lehrt. Also nicht nur Hölzer, sondern auch Wollen und Wollproben sind auch erhalten geblieben. Aber wenn er nichts geschrieben hat, woher wisst ihr dann, dass er sich dafür interessiert hat, oder dass er nur über die Aussagen von seinem Vater, oder Naja, aus dem Briefwechsel er? und in den Akten kommt es natürlich auch vor, und in den Beschriftungen der Objekte, wo sie denn noch erhalten geblieben sind, kommt das vor. Das ist auch einfach, das ist schon im Konsens der Zeit ist es klar, dass das Auguststätigkeit ist, die ihn auch wirklich interessiert. Also das bezeichnet er auch nie als Käfig. Ja, da ist dann einfach der Briefwechsel zwischen beiden. Zum Beispiel, oder Erwähnungen in Tagebüchern, oder in Goethes Tagebüchern, oder was Ottilie schreibt, die schreibt ja auch recht viel, und so weiter und so fort. Ja, okay, okay. Okay. Okay. Okay. Okay. Okay. Also, hat sich um die Fossilen gekümmert. Er war ein Experte in Mineralogie. Er hat die Xylothek mitgesammelt, hat selber eigene Sammlung gehabt, und dann war es aber 1830 vorbei. Naja, nicht ganz, 1830, also er versucht, da auszubrechen. Er beklagt sich nie. war so um die 40, Er ne? Genau, genau. Er ist eigentlich, abgesehen von seinem Alkoholismus, wo er dann auch mal so über die Stränge schlagen kann, oder wo er dann auch gewalttätig werden kann, wo die Ehe dann auch, auch gegenüber den Kindern auf der Straße, die ihm zu laut sind, wo er dann halt ausrastet. Oder auch mit Ottilie gibt es dann große Auseinandersetzungen. schwierig wird die Ehe versucht auszubrechen, Ganz und zwar in Form von Reisen, weil wie kann er ausbrechen? Also eine erste große Gefahr ist, als sich der Vater, Johann Wolfgang, Der ja, wie soll ich sagen, der ja nicht ganz unähnlich ist, der auch sein Leben als Zwang in vielem empfindet, der eine Fassade aufgebaut hat in seinen späten Jahren und Jahrzehnten. Wir haben uns ja immer vielleicht gewundert über diese, das letzte, den letzten Besuch des Vaters der Johann Wolfgangs in Marienbad 1823, wo er sich an einen 19-Jähriger verliebt. Er ist 70 und macht dieser 19-Jährige einen Heiratsantrag. Und den macht er nicht selbst, sondern er schickt seinen Chef, wenn ich das so salopp sagen kann, einen Großherzog Karl August, der da in Gala-Uniform auftritt, vor dieser Familie und im Namen des Staatsministers, des Geheimenrates von Goethe. Natürlich nicht bei der 19-Jährigen selbst, sondern bei der Mutter ganz offiziell anfragt. Und da geht's nicht darum, dass es ein alter Bock ist, der da jetzt sozusagen, sondern es geht eigentlich darum, dass das Lebendige des Kurlebens, das Lebendige des Nicht-bei-Hofes-Sein-Müssen, Nicht in diese ganzen Konventionen eingezwängt sein müssen, mit einer natürlich jungen Frau an seiner Seite, diese Sehnsucht ausbrechen zu können, die hat der alte Goethe auch immer gehabt, das wollte ich kurz sagen. Und als das nicht gelingt und er nach Weimar zurück muss, Marienbader LRG geschrieben hat, ein ganz berührender Text, wo ja die Urschrift sozusagen noch erhalten geblieben ist. In einem Kalender, wo man noch an der Unregelmäßigkeit der Hingeworfenen, mit Bleistift hingeworfenen Schrift sieht, wie nicht nur das so ihn selber bewegt hat, sondern dass es auch in der bewegten Kutsche geschrieben wurde. Und er eben weiß, dass er jetzt zu Alter und Tod, zu den letzten Jahren seines Lebens, die dann eben nicht mehr sowas bieten werden und dass er auch ein Abschied von Böhmen ist, wo er eben auch ausgebrochen ist aus dem Ganzen. Selber will der Sohn, empfindet das ähnlich, sehr ähnlich. Er versucht 1828 eine große Reise zu machen, und zwar ohne Frau. Verstehst Ja, du? logisch. Also das nicht erfüllen, er möchte aus der Ehe ausbrechen, er möchte aus, obwohl er seine Frau wahrscheinlich immer noch liebt. Es ist schwierig alles zu sagen, wir reden hier über das Innenleben Menschen. von Ja, ja, ja. Also eben alles mit Vorbehalt. Und er versucht auszubrechen, hat schon die Bewilligung des Urlaubs. Du hast ja in der Zeit, deine Verhältnisse, deine Arbeitsverhältnisse sind ja so, dass du ja ohne Urlaub durcharbeitest. Ja, ja, Und er hat ja auch Jahre und Jahrzehnte ohne Urlaub durchgearbeitet, war auch nur selten krank. Und ein Urlaub dauert dann länger, kann dann ein halbes Jahr dauern oder ja, sonst okay. was. Und das hat er schon bewilligt bekommen und dann stirbt aber in diesem Jahr 1828 im Sommer der Großherzog Karl August. Und da ist natürlich an Urlaub nicht mehr zu denken, an wegzufahren, nicht zu denken. Da ist alles neu zu ordnen, der ganze Hof, muss sich alles neu ausstellen. Ja. Also der Tod kommt ihm da in die Quere, diese erste große Reise, die er da geplant hat, wohin auch immer, fällt ins Wasser. Und zwei Jahre später macht er das nochmal und da gelingt es. Und er geht in die Schweiz und vor allem nach Italien, also über die Schweiz. Und das Ja. ist dann die Italienreise. Das ist dann die Italienreise, die wir schon vorweggenommen haben. Und diese Italienreise muss er vom Vater auch, also erstens sozusagen quasi genehmigt werden, wenn man so will. Und was macht der Vater, was meinst du? Er gibt ihm natürlich eine Art Aufpasser mit. Und dieser Aufpasser, ja. Der heißt Eckermann. Ja. Also der, der sozusagen, also der Getreueste, der Getreunde. Genau. Der immer devot ist und immer, Na gut. der geht weiter mit. Ja. Kannst du dir vorstellen, wie sind die beiden, glaubst du, ausgekommen auf dieser Reise? Nicht gut. Naja, ich wollte gerade sagen, wenn du schon so fragst, dann. Ja, wenn ich schon so frage Aber, kann. ähm. Ja. Es war so schlecht, wobei natürlich Eckermann immer die besten Briefe nach Hause schreibt, wie toll und überhaupt. Es war so schlecht, dass sie sich getrennt haben auf dieser Reise. Ja. Ich habe jetzt vergessen, wo, irgendwo in Italien, ich glaube in Genua. Ja. Und Eckermann fährt zurück, auch über die Schweiz, über Genf wieder. Und August von Goethe fährt weiter in den Süden nach Italien. Mhm. August besucht auch, also es... Die Reise selber geht über Mailand, von Mailand dann nach Venedig und wieder nach Mailand zurück und dann erst in den Süden, vielleicht muss man das dazu sagen. Ja, und für August ist es jedenfalls eine Befreiung, da jetzt zu gehen. Rom lässt er eigentlich aus, vorerst, und geht gleich nach Neapel, fühlt sich in Neapel, dann lebt er dort neu auf. Ja. Ähm, Weißt du, ob er am ja. Aetna war? Am, am, äh, Am Vesuv, am Vesuv? ja, ja, ja, er war am Vesuv, er hat ihn auch bestiegen, war in Pompeji, dort gelingt es ihm, ein gerade frisch ausgegrabenes Haus, ich, ja, ich glaube es ist heute das Haus des Fauns, aber das wird damals zu Ehren von Goethe, Casa di Goethe genannt, Goethe. also Ja, Was es dann eine Zeit lang hieß, und er hat auch durch die Beziehungen, durch seinen Namen, ja äh, gut, okay. kann er dort revisieren und kann, spendet auch ganz viel an die Leute im Sinne von, ladet da die, äh, ículunken, in den Spelunken die ganzen, macht alle zu seinen Gästen, trinkt dann mit ihnen, er wird dann gesungen, getanzt, dass er dann auch zum Talent kommen muss, äh, sind dann alle betrunken, ja, und so weiter, also, er lebt da richtig auf, wenn man so will, ergibt sich sehr stark in Neapel und in der Umgebung dem Alkohol wieder hin, ja, ist für seinen Gemütszustand, also, es ist, es ist schwer das zu beurteilen, ja, aber ist für sein Gemüts, man, man, man hat das Gefühl, lässt die Sau raus quasi und verliert auch die Zügel über sich selber manchmal, deutet das nur an dem Vater, der merkt das natürlich trotzdem in diesen Briefen. Ja, bis er rum ist es gut gegangen, in Neapel war das dann, schreibt Goethe dann nach, naja, und diese Reise, von der er auch noch Dinge nach Hause schickt, und wir haben da vielleicht das zum Abschluss noch zu sagen, nämlich zum Abschluss der Dinge, die er gesammelt hat, er sammelt nämlich noch in Norditalien am Comasee von der sogenannten Villa des Plinius, Plinius hatte dort der antike, der alte römische Schriftsteller, also, ich rede vom jüngeren Plinius, hatte dort eine Menge Villen, also eine Menge, muss man wirklich sagen, also zwei, drei, noch, vielleicht noch mehr, die man nicht genau kennt jetzt, wie sie ausgesehen haben und wo sie genau gelegen haben, aber die dann rekonstruiert wurden, und an Anführungszeichen rekonstruiert natürlich nur. Von dieser Villa des Plinius hat er Pflanzen gesammelt und die nach Haus geschickt, und wenn ich es jetzt sozusagen vorwegnehme, es ist eine Reise, von der er nicht wiedergekehrt ist. Er ist ja in Rom gestorben. Ist das ja, wenn man so will, ein Gruß vor dem Hinübergehen quasi. Also ein recht berührender Blumengruß, die nämlich als ganz wenig, als Ausnahme, unter den Dingen der Sammlung, auch datiert sind. Also wir können genau sagen, an dem und dem Tag, ich habe es jetzt vergessen, welchem Ort, welche Zeit, die haben sich bis heute, nicht als wissenschaftliche, aber eigentlich nicht als wissenschaftliche, sondern als Gruß, Blumengruß des Sohnes und dem Vater, erhalten. Weißt du was, welche Blumen er geschickt Ja, hat? es sind eigentlich ganz normale Gartenblumen, also jetzt keine Besonderheiten, und es sind auch als Blumen, als Strauß, zusammengestellt quasi. Er stirbt Genau, er geht nach Rom zurück, lernt er auch Rom kennen, das jetzt nicht auch für Rom, aber auch für das Leben in Rom. Was interessant ist, in dem Tagebuch, gut, der Vater war auch ein Frauenfreund, muss man schon sagen, aber vielleicht war das der Sohn noch mehr, also die Schönheit der Römerinnen hat ihn schon fasziniert. Mhm. Die schönen Augen, die schönen Beine, die schönen Körper spielen da doch eine Rolle in dem Tagebuch. Er trinkt auch, also hat wieder begonnen zu trinken, kann das aber dann wieder beherrschen. Er fährt dann, ist er immer mit Freunden unterwegs, in Rom, in Neapel, aber in Rom vor allem gibt es eine große deutsche Kolonie. Mhm. An Künstlern. Das sind ja Dutzende, hunderte, kann man fast sagen, Künstler sind da unterwegs. Er fährt mit Kästner, das ist, der ist auch interessant, das ist der August, heißt da glaube ich auch August. Kästner, das ist der Sohn der Charlotte Buff und die Charlotte Buff ist wiederum diejenige, die das Vorbild für die Lotte im Werter war. Ah, ok, ja. Also da schließt sich ein gewisser Ja. Kreis wieder. Sie trifft den, sie trifft den Erstgeborenen ihres ehemaligen. Genau. Der Vater Kästner, also der Vater von dem August Kästner, ist auch das Vorbild für den, den die Charlotte im Werter heiratet und nicht den Werter. Wie, aber wie dem auch sei, mit dem macht er auch Ausflug in der Regierung von Rom und da machen sie einmal einen Ausflug in eine Nachbarstadt, war das Brenneste oder war das Albano, ich hab's jetzt vergessen. Mhm. Wo sie ein berühmtes, also in der damaligen Zeit berühmtes Modell treffen, die dort verherretet ist, die Vittoria Caldoni. Ich weiß nicht, ob du von der schon mal gehört hast. Nein. Das ist, muss eine der schönsten Frauen ihrer Zeit gewesen sein, die auch von allen nazarenischen Malern, von anderen glaube ich auch, aber vor allem von den nazarenischen Malern in Rom gemalt wurde. Es gibt ein sehr schönes Porträt von ihr, von Uwe Beck, aber auch die anderen haben sie porträtiert. Die Nazarener waren, das ist auch hochinteressant, eine Malergruppe, die sich abgespalten hat von der akademischen Malerei und die versucht hat, wie so eine der ersten deutschen Künstlergemeinschaften, Künstlergruppen, die so in die moderne Weise einerseits und andererseits auch ein bisschen was Erschreckendes haben, die Politik, Religion und Kunst verbinden wollen, einen ganzen Menschen schaffen wollen, die akademische Kunst ablehnen. Nazarener deswegen heißen, weil sie wie Jesus Christus mit ihren Frisuren da aufgetreten sind, Schön, mit ihren langen Haaren, also so wie Dürer, haben sich auch in der Kunst der Dürerzeit ja. orientiert. Also richtige Künstler. Es waren richtige Künstler, die aber auch eine Art Kunstreligion, die war noch religiös. Ja, Katholisch natürlich und viele sind aus dem protestantischen Raum auch übergetreten, die katholische, ja. zur katholischen Kirche. In solchen Kreisen hat sich auch August bewegt, er war jetzt davon nicht, er war jetzt nicht gefährdet davon, dass er da jetzt tiefreligiös und katholisch wird. Aber diese Vittoria Caldoni, die hat er da eben auch kennengelernt und auf der Reise zu der, auf der Tagesreise in dem Haus zu der, war ihm schon nicht so gut. Und hat sich dann auf der Rückreise, sie haben dann verschiedene Sachen besichtigt sozusagen, auf der Rückreise hat er sich da ausgeruht, weil es dann doch schlimmer wurde, die Kopfschmerzen usw. Und es wurde dann jedenfalls schlimmer und er wurde, er hat es noch geschafft nach Rom zurückzukommen, also in die Stadt Rom selber und ist dann dort, aber dann schneller gestorben, als das alle erwartet haben. Mhm. Aber woran ist die Frage, ja, das woran ist eigentlich schwierig zu sagen und zu machen, zu erklären. Es gibt eine Sektion, ein Sektionsprotokoll. Wahrscheinlich ist er an Meningitis gestorben, also gar nicht an alkoholinduzierten Dingen. Ja, Wikipedia, hier steht noch was von einer Pockenerkrankung. Und man fand ein chronisches Subduralhämatom. Genau, das ist das, was mit Meningitis gemeint ist. Ja, Also eine Gehirnhautentzündung, die ja. Pocken, das ist eine, es gibt wie immer in diesem Fall natürlich verschiedene Deutungen. Das ist eine eher ältere Deutung, die aus der Zeit kurz nach dem Griegel stammt. Also ich vertraue eigentlich am meisten dieser Biografie von Stefan Oswald. Ja, ja. Der das eben bei Zusammenfassung aller Funde dann das ablehnt, also so wie die Leberzirrhose und das zu einer Meningitis macht. Wir wissen, dass Altdiagnosen immer schwierig sind, weil ja die Begrifflichkeit sowieso eine ganz andere ist. Aber wie gesagt, das Sektionsprotokoll ist da. Wahrscheinlich hat er sich so eine, hat er sich angesteckt in einer fremden Umgebung für ihn. Er ist in einer südlichen Umgebung ein geschwächter Körper. Mit eigenen Viren und eigenen Bakterien und Was auch immer genau das gewesen ist, wenn du in dem Kneipenverkehrs, da betrunken bist, die Hitze. Hast du dir schnell was eingefangen? Kannst du dir vielleicht schnell was einfangen. Wie auch immer, wir wissen es nicht genau, es ging jedenfalls schnell und, ja. Hier gibt es noch den, in dem Nebensatz steht hier, er reist über La Spezia, wo er einen Wagensturz erlitt, weißt du, Stimmt, was ist dahin? das haben wir auch noch nicht, genau, das haben wir auch noch nicht erwähnt. Und daraufhin auch selbst krank wurde. Was war das, der Wagensturz? Also, nachdem er sich da getrennt hatte, die Reise war sozusagen von Unglück überschattet zum Teil. Zum anderen war sie aber auch eine Befreiungseise. Es gab ja immer einen Unfall mit der Postkutsche. August hat sich das Schlüsselbein gebrochen und hatte sozusagen das Problem. Es mussten beide Arme pantagiert werden, Schlüsselbeinbruch war schwierig. Er hatte nur eine Hand frei, also pantagiert wurden beide, er hatte eine Hand frei. Damit konnte er mühsam schreiben. Er hat dann einen Freund getroffen, zufällig, der ihm dann wirklich in diesem heißen Hotel da, wo er dann wochenlang da liegen musste, dann geholfen hat. Also, der ist aus dem Wagen ausgestiegen, ist gestürzt und hat Nein, sich... der Wagen selber ist umgestürzt und er ist im Wagen, Ah, okay. durch den Sturz im Wagen. Okay. Unglücklich gefallen, wie auch immer. Ja, ja, ein Unfall. Ein einfach mal ein Wagenunfall, so wie es Ja. gibt es ja, nicht? Ja, ja, gut. Ja. Und... Kam aber einiges zusammen, Hat ja. die Reise verzögert und hat aber immer beruhigende Briefe an den Vater geschrieben. Okay. Wird schon. Wird schon und es wurde auch schon, ja. Und... Also das hat jetzt mit dem Tod nichts zu tun. Ja, okay. Außer, dass er vielleicht geschwächt war. Okay. Ja, das Problem war jetzt das. Wie sagt man das dem Vater? Die Reise wurde ja offiziell und auch, es war wahrscheinlich der innerste Wunsch von Goethe... es dem Sohn genauso geht wie ihm. Er hat das ja auch, er konnte sich auch Ja. befreien Dass in diesen eineinhalb Jahren. Ja. Oder hat zumindest eine Zeit der Freiheit erlebt. Kam als neuer Mensch, wiedergeboren in Italien zurück, braun, gebrannt, gesund, mit ganz vielen Eindrücken, Erlebnissen, Anregungen. War es eigentlich seine Idee, dass August noch mal nach Italien reist? Oder was war das? Ist eine gute Frage. Also der Wunsch, dass es eine Reise sein muss, stammt mit Sicherheit von August selbst. Ob es Italien... Italien ist dann naheliegend. Ja, Aber ob das explizit dann hat man der ja. Vater auch gewünscht hat... Ja. Ich glaube nicht, dass der Vater es ungern gesehen hat. Ja, okay. Weil bei ihm hat es ja gewirkt, Ja. sozusagen. Ja. Wie sagt man es dem Vater? Ja, genau. August Kessner hat... In dieser römischen Community sozusagen ein Schweigeverbot nahegelegt, Mhm. damit es der Vater nicht aus den Zeitungen erfahren muss. Ja. Und Eckermann, der auch noch auf dem Weg nach Hause war, Mhm. der war ja noch nicht in Weimar angelangt, der hat es selber auch dann doch in den Zeitungen gelesen und hat sich kaum nach Hause getraut. Ja. Ich meine, der ist vom Vater verabschiedet worden. Ja. Konnte natürlich nichts dafür. Ja. Und verkündet hat ihm das der Kanzler von Müller, also dem Goethe jetzt, dem Vater. Ja. Wie sagt man das? Dem Vater? Ja. Und der Kanzler von Müller hat vorsichtshalber den Arzt mitgenommen, den Vogel. Mhm. Weißt du, was passiert? Weil Güte war ja 1830 auch schon älter. Älter ist gut. Er war ja 80. Ja, okay. Wie sagst du einem 80-Jährigen, das ist ein einziges Kind, das überlebt hat, die ihn aus Rom nicht mehr wiederkehren wird? Ja, ja. Und der Vater hat das ohne großes Kommentar aufgenommen. Er hat Sprachlos. Triffungen erwarte bis zuletzt, sozusagen. Ich wusste, dass ich einen Sterblichen geboren habe. Es gibt ganz verschiedene Reaktionen, die da berichtet werden, darauf. Hat das auch im Tagebuch nur kurz notiert und ist dann in den Themen weitergegangen, sozusagen im Gespräch. Mhm. Und in der Arbeit. Was man ihnen oft als Herzlosigkeit vorgeworfen hat. Tatsächlich war es so, dass es kein Tagebuch war, wie wir heute ein Tagebuch Ja, ja. vielleicht denken, sondern es war ein Memorialbuch, ein Gradkalender. Kalendereinträge, ja. Wo die wichtigsten Ereignisse drin waren, wo es aber vom Platz her gar nicht möglich gewesen wäre, da jetzt lange. Mhm. Bemerkungen dazu zu schreiben. Er hat ein paar Tage später aber einen, Mhm. Infarkt erlitten, hm. Von dem er dann hm. sich lange nicht erholt hat, ähm, also es hat ihn sehr mitgenommen, er hat es aber nicht gezeigt und hat sich davon noch erholt, ist ja dann eineinhalb Jahre später gestorben. Mhm. Durchrechnet. Und hat auch dafür gesorgt, dass es einen Gedenkstein gibt, vielleicht gar keinen Grabstein, es ist ja kein Grab im eigentlichen Sinn, sondern es ist ein Gedenkstein, nicht an den Sohn selbst oder auch an den Sohn selbst. Mhm. Sondern vor allem an das wiedernatürliche Ereignis, dass das Kind vor dem Älter stirbt. Mhm. Und das ist auch der Spruch, den er seinem Sohn gewidmet hat. Man muss dazu sagen, es gibt hier noch eine Koinzidenz, nämlich als Goethe selbst in Rom war, war er an dem Ort, wo dann sein Sohn, konnte er das natürlich nicht wissen, gestorben, also nicht nicht gestorben ist, sondern begaben wurde. Nämlich am Friedhof für die Nicht-Katholischen in Rom. Mhm. War ja eine päpstliche Stadt, da waren die, die Nicht-Katholischen waren, wirklich abgesondert auf einem anderen Friedhof, dem Akatholik. Mhm. Und der Zestius Pyramid, das hat Goethe gezeichnet und hat auch gelegentlich bemerkt, dass er sich da wünscht, hier mal bestattet zu sein. Tatsächlich, das war aber 30 Jahre davor oder 40 Jahre davor. Mhm. Mehr als 40 Jahre davor und jetzt ist der Sohn dort bestattet und der Vater schreibt eine Grabschrift. Mhm. Wo Goethe Filius, dem Vater, also Goethe Sohn, dem Vater vorhergegangen ist, wohergehend hier gestorben ist. Mhm. Also wobei das Wort Antevertens da steht, also es ist ein lateinischer Spruch. Mhm. Geschuldet der Umgebung, dass hier nicht als deutsch steht. Vorherstürzend vielleicht, also die Ungewöhnlichkeit des Geschehens, die Außergewöhnlichkeit andeutend. Ich habe das ja nirgendwo gelesen. Mein Latein ist jetzt nicht so gut, aber Antevertere heißt ja nicht nur vorangehen, sondern heißt ja auch übertreffen. Aber meiner Meinung nach, und ich oute mich da jetzt vielleicht, vielleicht ist es auch falsch, ich weiß es nicht. Mhm. Steckt ja auch das Wort Worttext da drinnen, das ist der Wirbel, also Haarwirbel oder Wasserstuhl oder was weiß ich. Jedenfalls ein ungewöhnliches, außer der Ordnung, natürlichen Ordnung feierendes Ereignis. Mhm. Vielleicht kann man das so deuten. Wurde Goethe aber vorgeworfen, natürlich, diese ganze Grabschrift, weil hier... Er hat keinen Vornamen genannt, ne? Ja, steht gar kein Name, steht außer Goethe, den Nachnamen. Also steht nur da Goethe Filius. Das heißt, dem der Apstein wurde nicht, also dem Sohn wurde nicht einmal einem der ganze Name gewidmet. Finde ich ein bisschen ungerecht, ohne wirkliche Letzte, der da jetzt sozusagen Goethe verheirlichen will. Aber in dem Fall finde ich es... Ich kann es verstehen, wenn man das, wenn man davor steht und das liest, sich wundert, ja. Immerhin hat Goethe dafür gesorgt, dass Reitel Torwalzen da ein Bronzerelief macht. Also Torwalzen hat sich selbst bereit erklärt dafür und was er anbringt und das... Die Kopie hängt ja jetzt wieder... Ist ja jetzt wieder angebracht, nachdem dort lange Zeit ein... Ein Marmor... Relief. Okay. Oder nein, es ist eigentlich genau umgekehrt. Aber der Alte müssen wir sich mal kurz nachdenken. Es war zuerst ein Marmor-Medaillon und dann Mhm. wurde das durch ein Bronzerelief ersetzt, so muss man das sagen. Und ist jetzt wieder ein Marmor-Medaillon. Mhm. Das ist eine ein bisschen komplizierte Geschichte, die fast eine Okay. eigene Sendung wert wäre. Okay. Müssen wir jetzt nicht Nein. darauf eingehen, weil die Dinge auch lange Zeit verschwunden waren. Okay. Was wieder mit der DDR zusammenhängt, Okay. gut, ist eine lange Geschichte. Ja. Jetzt ist sozusagen nicht das Original, aber das Material entspricht dem Original. Ja. Wieder da seit einem Jahr hängt das da. Ja. Also, der Mann eignet sich perfekt als tragische Figur der Geschichte. Ja. Und als Sohn eines der berühmtesten Menschen der Welt. Ja. Ein Sinnbild zu sein. Gibt es irgendwas Positives, was wir von ihm noch jetzt mitnehmen können? Was Positives, Ja. ich weiß gar nicht, ob man das so trennen kann. Ich glaube, diese Tragik werden wir eben nicht nehmen können. Das Positive, soll ich sagen, ich denke, dass August auch wirklich sympathische Züge hat. Ja. Also sein Interesse, also vielleicht hat er ja von vornherein keine Chance. Bei dem Vater, bei dem Namen des Vaters, auch bei der … Kann man sagen, bei der Art des Vaters, diese Dinge nicht aus der Hand zu geben, sicher schwierig. Vielleicht konnte ja nur eine Christiane mit diesem Stand und auch diesem Bildungstand eine Frau von Goethe werden, das weiß ich nicht. Kann man natürlich über alles nachdenken, über alles spekulieren. Dass August von Goethe sich immerhin so Freiräume schaffen konnte wie das Interesse an der Paläontologie, an den Fossilien, an den Mineralien, auch an der Naturkunde überhaupt und diesen Sammlungen, das finde ich einen sehr anrührenden Zug. Und als solcher ist er in dieser Sammlung auch sehr präsent, auch wenn sie in der Regel, und ich mache das ja auch, immer unter dem Namen des Vaters läuft, was ja auch nicht falsch ist, aber eben nicht ganz richtig. Und in dem Bereich, gerade in dem Bereich eben von seinem Vater auch anerkannt war und gleichberechtigt war, wenn ich der Sohn bin, der immer um die Gunst meines Vaters kämpfe. Und dann waren vielleicht die Gespräche über mineralogische Themen, über die Fossilien, waren vielleicht dann tatsächlich Gespräche, wo sie zusammen voranschritten, gemeinsam. Genau. Genau. Auf Augenhöhe. Genau. Ich glaube, das kann man so sagen. Gute Momente hatten. Hm. Ja. Ja. Okay. Soweit. Ich glaube, das haben wir jetzt schön abgerundet. Ja. Boah, hat eine Figur. Auge. Das war Folge 22 des Goethe-Podcasts Natur und Geist. Mit Thomas Schmuck und Markus Anheuser. Alle Infos zur Folge findet ihr wie immer in den Infos zur Folge. Wenn ihr Fragen, Anmerkungen, Lob oder Kritik habt, könnt ihr das alles in den Kommentaren auf der Podcastseite bei Spotify oder Apple Podcast los. Wenn euch der Podcast gefallen hat, hinterlasst uns gerne ein paar Sterne. Das hilft uns wirklich beim Algorithmus und wir werden bekannter. Wir hoffen natürlich, dass es euch gefallen hat und freuen uns, wenn ihr das nächste Mal wieder mit dabei seid. Übrigens, der Podcast erscheint ja auch bei den Riff-Reportern. Die machen gerade ein wichtiges Crowdfunding. Wer also unabhängigen, werbefreien Journalismus unterstützen will, den Link zum Crowdfunding stelle ich euch in die Show Notes. Und das war's für heute. Macht's gut. Bis zum nächsten Mal. Die drei Kinder, was wurde aus denen von August? Gibt's da irgendwie... Ja, die Geschichte ist auch tragisch. Also, ja, also weißt du, es haben ja Leute schon verglichen mit dem Budenbrox und so Ja. weiter. Mit dem Abstieg einer Familie. Naja, wir haben drei Kinder. Ja. Den Walter, den Wolfgang und die Alma. Ja. Die Alma scheidet als erste aus dem Leben 1844 in Wien. War die jüngste und geht als Ja, erste. wobei ich jetzt ein bisschen schwindle, weil die Attilie natürlich noch ein viertes Kind hatte, aber nicht von August. Ah, okay. Und dieses Kind hat sie in Wien geboren, damit das niemand erfährt. Und kam sofort ins Findelhaus. Und ist dort auch sehr schnell verstorben. Attilie war, hat kaum gelitten im Goethe-Haus nach Augusts Tod. Und floh nach Wien und sonst wohin. Wollte alle möglichen englischen Offiziere heiraten, die aber sie mehr oder weniger verarscht haben. Ja. Und die Kinder, war es wohl Und da. die Kinder. Aus den Kindern haben beide nicht geheiratet. Haben sich auch immer als Enkel gefühlt. Der eine wollte Komponist werden, hatte aber entweder nicht den Willen oder nicht die Kraft dazu. Hat bei Mendelssohn gelernt. Mendelssohn hat gesagt, es ist zu spät. Sie müssen in dem Alter schon viel weiter sein. Aber er hat dann aufgegeben. Der andere hat immerhin in den Verwaltungsdienst getreten. Hat aber auch nicht lange ausgehalten. Sie waren oft krank. Beide. Der eine ist mit 62, der andere mit 67 gestorben. Sind also beide nicht alt geworden. Also für heutige Verhältnisse, für damalige Verhältnisse, Ich oder? meine, sie sind nicht so alt geworden wie der Großvater, aber … Genau, sie sind eigentlich, also wenn du nicht so wie August an einer plötzlichen Krankheit gestorben bist, konntest du, wie Humboldt oder so, ja eigentlich auch recht alt werden. sie sind jedenfalls nicht wirklich alt geworden und haben sich aber alt gefühlt und von der Welt mit … war ganz schwierig, ganz schwierig. Also Und die Kindheit war ja auch so, dass Utile quasi, ich will nicht sagen entmündigt war, aber die konnte weder über die Kinder frei bestimmen noch über das Goethe-Haus, das war vor ihr verschlossen. Die Vormünder, die Goethe eingesetzt hat, extra, weil er wusste, oder glaubte, dass sie das nicht kann, die haben sie, ja, die haben sie einfach nicht mehr reingelassen. In Teile des Goethe-Hauses. Und sobald die Großjährig wurden, die beiden Söhne, haben die die Vormünder nicht mehr reingelassen und haben das Goethe-Haus verschlossen. Okay. Bis zu ihrem Tod. Da konnte niemand rein, außer wenn sie das persönlich erlaubt haben. Obwohl sie die Nachfahren von Goethe waren? Obwohl sie die Nachfahren von Goethe waren. Und erst mit dem Tod des letzten Enkels 1985, wo sie das Goethe-Haus dann dem Staat vermacht haben, sie versucht das zu verkaufen. War schwierig. Ob sie das wirklich wollten, haben sie ihn für so einen Preis verlangt, hat niemand gekauft. Dann haben sie das dem Thüringischen Staat vermacht, also dem Herrscherhaus. Und die haben ein Museum draus gemacht, das dann kurz nach dem Tod eröffnet wurde. Und die hatten selber Kinder oder keine Menschen? Nein, nein, nein. Also damit war Goethes Linie mit den Enkelkindern war dann praktisch die Linie zu Ende. Ausgestorben im Mannestamm, Ja. also zwei männliche Enkel, die beide erwachsen waren, aber es nicht geschafft haben und auch die Alma nicht. Und eigentlich nur über die Schwester hat sozusagen die Familie Goethe eine Zeit lang fortexistiert, über Cornelia, die ja auch jung gestorben ist. Ja, also es ist eigentlich tragisch.

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